Spielberichte 2022/2023


VfB entdeckt Auswärtsstärke für sich

Sa. 10.09.22, 16:00 Uhr, FC Strausberg - VfB Gramzow 0:1 (0:1)

 

VfB mit: Bartosz Muskala - Robert Schröder (78. Matthias Kowalski), Kai Hansche, Robin Palow, Max Frenzel - Florian Andres (90.+2. Johannes Kühl), Janosch Schmock, Robin Sy - Sören Seethaler (90.+1. Maik Zürner), Pascal Lange, Felix Marschke - Trainer: Maik Zürner

 

Strausberg mit: Marvin Drechsler - Sven Müller, Arthur Tabler, Nico Paepke, Yassine Salah (84. Moritz Meißner), Marcelo Alberto Casas Vazquez, Givanildo Santos Reis, Lee Ryan Walker, Marvin Jaskolka, Lennart Holm Schulz (76. Bledar Mahmuti), Luis Suter (23. Mohanad Khamis) - Trainer: Dirk Reckewitz

 

Schiedsrichter: Marius Pröchtel - Michael Bergander, Maurice Schmidt

Eine der schwersten Auswärtsfahrten der Saison stand am vergangenen Samstag für unsere Erste Herren an. Es ging in den Landkreis Märkisch-Oderland, der in den letzten Jahren immer mehr zum Einzugsgebiet der Landesklasse Nord zählt. Gegen den Absteiger aus der Landesliga, den FC Strausberg, war man zudem auch nicht gerade mit einem Personalsegen bedacht, sodass einige Akteure aus der Zweiten auf der Bank Platz nehmen durften.
Leider war auch der Zuschauerzuspruch nicht gerade berauschend. Hatten sich aus Gramzow verständlicherweise nur handgezählte zehn Fans auf den beschwerlichen Weg gemacht, so konnte der FC leider auch nur knappe 40-50 seiner eigenen Zuschauer ins weite Rund locken – viel Luft nach oben für eine Stadt dieser Größe. Dazu sei aber auch gesagt, dass man aus vergangenen Oberligazeiten sicherlich anderen Fußball und namhaftere Gegner gewohnt ist, als man sie nun in der Landesklasse antrifft.

 

Nichtsdestotrotz, oder vielleicht auch gerade deswegen, gingen unsere Jungs hochmotiviert in die Partie. Anfängliche Unsicherheiten machten sich dennoch breit, gerade über den auf links agierenden Strausberger Luis Suter wurde in der Anfangsphase immer wieder Gefahr heraufbeschworen. Die beste Gelegenheit gehörte auch ihm, als er den Ball aus spitzem Winkel knapp flach am langen Pfosten vorbeischob. Bei dieser Aktion verletzte sich der 25-jährige allerdings sehr unglücklich und musste ersetzt werden. (23.)
Diese Aktion wirkte wie ein Weckruf für den VfB, der in der Folge souveräner agierte. Im Abwehrverbund ging man nun deutlich resoluter zu Werke, und die Angriffe spielte man konzentrierter zu Ende. Die beste Gelegenheit zunächst in der 27. Minute: Sören Seethalers Versuch allein vor Keeper Drechsler konnte von diesem noch mit einem guten Reflex zur Ecke entschärft werden. Besser machte es dann Pascal Lange nur wenige Minuten später: Stark und fair wurde der Ball von Nico Paepke erobert, in dieser Situation als letzter Mann am Ball. Allein auf Drechsler zusteuernd wurde dieser von Lange umkurvt und zum letztendlich goldenen Treffer eingeschoben. (30.)
Pause war hier aber noch nicht, die nächste Riesenchance gehörte Felix Marschke. Die Vorlage von Sören Seethaler konnte aber nicht veredelt werden, der Ball klatschte an das Lattenkreuz. Strausberg blieb in der Zwischenzeit nicht untätig, konnte aber nicht entscheidend vor das Gehäuse von Bartosz Muskala kommen. Auch die vielen Standards für die Heimelf wurden von ihm durch gute Strafraumbeherrschung im Keim erstickt.

 

In der zweiten Halbzeit war es vor allem eine starke Defensivleistung, die dem VfB hier die drei Punkte sicherte. In jeden Ball wurde sich reingehauen, jeder Zweikampf mit der nötigen Härte angegangen. Strausberg war nun sicherlich feldüberlegen und hatte spielerisch einiges anzubieten. Der VfB hielt mit einer starken Defensivtaktik dagegen, verschob sich immer wieder gegen den Ball und ließ kaum Lücken zu. Dennoch kam Strausberg das ein oder andere Mal gefährlich in den Strafraum, doch Fortuna war an diesem Tage Gramzowerin. Immer wieder bekam man noch ein Bein dazwischen, oder Muskala war auf dem Posten.
Durch die nun sehr hoch und breit stehende Abwehrreihe der Strausberger ergaben sich für den VfB natürlich noch einige Kontergelegenheiten. Hier fehlte dann aber in den entscheidenden Momenten etwas die Coolness und durch die kräftezehrende Partie sicher auch die Kraft, um den sprichwörtlichen Sack zuzumachen.

So war es bis zum Schluss eine Zitterpartie. Selbst, als sich der FC Strausberg selbst dezimierte (Lee Ryan Walker mit Tätlichkeit gegen Janosch Schmock), konnte er die Ballkontrolle innehalten. Aber wie schon in der ersten Hälfte reichte es nicht mehr zu einem Treffer, sodass die mitgereisten Gramzower nach 90+4 Minuten gemeinsam mit ihrem Team den 1:0-Auswärtssieg bejubeln konnten.


Eine neue Auswärtsstärke beim VfB?

Vielleicht auch eher eine Momentaufnahme, die man aber sehr gern mitnimmt! [fh]


Aus in der ersten Pokalrunde

Sa. 03.09.22, 14:00 Uhr, FSV Rot-Weiß Prenzlau - VfB Gramzow 2:1 (0:0)

 

VfB mit: Bartosz Muskala - Florian Brennenstuhl (84. Maik Zürner), Kai Hansche, Robin Palow - Janosch Schmock, Lukas Schmiedel, Pascal Lange, Max Frenzel - Sören Seethaler, Felix Marschke, Markus Müller (27. Robin Sy) - Trainer: Maik Zürner

 

Prenzlau mit: Udo Burmeister - Jerome Schulz (66. Lukasz Kruszynski), Manuel Wilski (83. Justin Cornelius Tronnier), Michael Kraft, Danny Holz - Marcel Blume, Enrico Bressel, Lukas Theel, Eric Max Ziese (83. Rudi Moldenhauer) - Denny Zabel, Florian Redmann (90.+3. Chris Mphela Mbeck Kelem) - Trainer: Christian Rauch

 

Schiedsrichter: David Schrödter - Marius Scholz, Lukas Neusüß

...und das war es bereits wieder mit den Pokalträumen für die aktuelle Spielzeit. In der ersten Runde gab es direkt das Aus für unseren VfB, aber nicht nur das. Seit der Auslosung hatte man auf dieses Spiel gegen den FSV Rot-Weiß Prenzlau hingefiebert, handelte es sich doch immerhin um nicht weniger als eines der bedeutendsten Derbys der Uckermark. Und auch wenn beide Teams noch um eine Spielklasse getrennt sind, so hatte wohl trotzdem niemand im Vorfeld einen glasklaren Favoriten ausmachen können.

 

Und auch der Beginn des Spiels bestätigte dieses Bild. Prenzlau in der ersten Viertelstunde sehr gut drauf, drückte dem Spiel direkt seinen spielerischen Stempel auf und verschaffte sich somit einigen Respekt. Das erste dicke Ausrufezeichen setzte der Ex-Gramzower Enrico Bressel mit einem direkten Freistoß von der linken Strafraumkante. Von der Unterkante der Latte sprang der Ball auf die Linie und von dort zurück ins Feld - Glück für den VfB. Auch Denny Zabel hatte eine gute Gelegenheit, verzog aber nach Doppelpass mit dem nächsten Ex-Gramzower, Marcel Blume.

Schreckmoment dann auf Gramzower Seite nach knapp 24 Minute. Markus Müller blieb nach hartem (und unbestraftem) Einsteigen von Manuel Wilski mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen. Ein Weitermachen war nicht möglich, sodass der wiedergenesene Robin Sy einen Platz im Mittelfeld einnahm, Pascal Lange rückte dafür auf Müllers Mittelstürmerposition.

Jubel dann plötzlich auf der Gramzower Seite der Tribüne nach Marschkes Freistoßeingabe. Udo Burmeister konnte den hohen Ball nicht festhalten, welcher dann im Netz landete. Aus Sicht der Unparteiischen lag hier wohl ein Foulspiel vor, weshalb der Treffer keine Anerkennung fand. Palow hatte dann noch einen Freistoß auf dem Fuß, welcher aber zu schwach platziert souverän entschärft werden konnte. Das war es aber auch schon mit dieser sehr ereignisarmen ersten Halbzeit.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war es dann der VfB, der das erste Achtungszeichen setzte. Pascal Lange - im Doppelpass mit Marschke - verzog zentral vor dem Tor nur knapp. Dies sollte der Auftakt zu der wildesten Phase im Spiel sein.

Zunächst die Führung für Rot-Weiß: Blume zog auf links davon und konnte den Ball flach in den Strafraum bringen. Muskala konnte die Flanke aktiv abfangen, ließ den Ball aber etwas nach vorn klatschen. Im Nachfassen stocherte ihm ein Prenzlauer den Ball aus den Händen, was als nicht strafbar bewertet wurde. Florian Redmann nutzte diese Chance und staubte aus Kurzdistanz ab, 1:0. (64.)

Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten. Florian Brennenstuhl (mit seinem ersten Startelfeinsatz in einem Pflichtspiel für die Erste des VfB) war im Strafraum am Ball und wurde aus dem Tritt gebracht. Er fiel zwar nicht, da die Aktion aber durch den Tritt verpuffte, zeigte Schiri Schrödter folgerichtig auf den Punkt. Robin Palow verwandelte diesen gewohnt sicher. (67.)

Aber genauso schnell wie der Ausgleich fiel, stellte Prenzlau seine Führung wieder her. Gramzows Klärungsversuch nach Ecke nicht konsequent genug, Denny Zabel bekam den Ball vor die Füße und vollstreckte zum 2:1. (70.)

Weiter ging es mit zwei fast identischen Platzverweisen. Pascal Lange musste nach wiederholtem Foulspiel den Platz verlassen. (75.) Und auch Danny Holz auf Prenzlauer Seite musste nur eine Minute später aus dem selben Grund runter. (76.) Eine harte Linie die hier von Schrödter verfolgt wurde, jedoch mit konsequent gleicher Behandlung auf beiden Seiten.

Der VfB versuchte noch einiges, biss sich aber an der gut organisierten Prenzlauer Abwehr die Zähne aus. Logischerweise ergaben sich nun vermehrt Kontergelegenheiten für Rot-Weiß. Einmal war Blume auf der linken Seite mal wieder auf und davon, seine Eingabe auf den freien Redmann konnte durch den zurückgesprinteten Felix Marschke gerade noch per Fuß geklärt werden. Und schon in der Nachspielzeit verhinderte Muskala im direkten Duell mit Redmann schlimmeres. Da auch der VfB trotz aller Bemühungen nicht mehr entscheidend eingreifen konnte, musste man die erste Derbyniederlage seit der Prenzlauer Vereinsneugründung hinnehmen.

 

Glückwunsch an Rot-Weiß und viel Erfolg für die nächste Runde. Alle Landesklassevertreter sollten definitiv gewarnt sein vor der Qualität der Prenzlauer, was inzwischen aber allgemein bekannt sein dürfte. [fh]


Gute Anfangsphase nicht belohnt

Sa. 27.08.22, 15:00 Uhr, VfB Gramzow - TuS 1896 Sachsenhausen II 2:2 (2:1)

 

VfB mit: Bartosz Muskala - Robert Schröder (46. Florian Brennenstuhl), Kai Hansche, Robin Palow (C) - Lukas Schmiedel, Janosch Schmock, Pascal Lange, Max Frenzel - Sören Seethaler, Felix Marschke (76. Matthias Kowalski), Markus Müller (88. Maik Zürner)

 

Sachsenhausen mit: Lucas von Einem - Yannick Hiller, Kai Czernik (71. Brian Wienholtz), Marlon Taege, Declan Nassar, Elias Rosenberg (59. Jeremy Krüger), Benjamin Gliem (C), Florian Galster (59. Niclas Bergmann), Florian Heinz, Danilo Pressmann, Henri Gomez Amsatu (76. Lukas Fröhlich)

Zum ersten Heimspiel der neuen Saison empfing man mit TuS Sachsenhausen II den nächsten Aufsteiger, diesmal aus dem Kreis OHV/BAR. Die Tussen aus Sachsenhausen waren hochmotiviert, bereits um 13:55 Uhr ging es für die ersten Spieler raus zum Aufwärmen. Die letzten VfB-Spieler waren da noch gar nicht eingetroffen. Die Puste fehlte dann wohl zu Anfang der Partie, der VfB legte los wie die Feuerwehr. Mit starken 20 Minuten spielte man sich einen soliden 2:0-Vorsprung heraus. Beim ersten Tor eroberte Lukas Schmiedel stark den Ball an der Grundlinie, spielte in die Mitte auf den freien Markus Müller, der nur noch einzuschieben brauchte und somit seinen dritten Saisontreffer erzielen konnte. (10.)

Direkt danach das 2:0, diesmal vollstreckte Marschke nach Vorlage von Seethaler aus guter Abschlusspositon eiskalt. Auch nach diesem Doppelschlag blieb man gefährlich, ein flacher Abschluss von Müller war leider zu langsam unterwegs und konnte somit für den bereits geschlagenen Keeper noch von einem Verteidiger vor der Linie erlaufen werden. Aber man ließ auch danach nicht locker: auf den herauseilenden Torwart zulaufend wollte Marschke die hohe Abschlussvariante wählen, er traf aber den Ball nicht richtig. Und ein Diagonalball von Schröder erreichte Seethaler im Strafraum, der für Müller ablegte - in letzter Sekunde verteidigt.
Dann ließ man leider etwas nach, bzw. wurde TuS etwas stärker, es war wohl eine Mischung aus beidem. Mit der ersten richtigen Torchance erzielte Amsatu den Anschlusstreffer, sein Abschluss nach simplen Pass in die Tiefe ging flach in die lange Ecke. (22.)
Leider kam der VfB nicht mehr an seine Leistung der ersten 20 Minuten heran, sodass in der Folge nicht mehr viel bis zur Halbzeit passierte. Da auch Sachsenhausen keine nennenswerten Aktionen mehr verzeichnete, konnte man die Führung mit in die Pause nehmen.

 

Der zweite Abschnitt verzeichnete auf Heimseite leider keine richtige Steigerung mehr. Man erspielte sich zwar einige Halbchancen, die aber im letzten Moment von Sachsenhausen verteidigt oder nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Zudem macht Lucas von Einem im Gästetor einen herausragenden Job, fing viele hohe Bälle ab und entschärfte mehrere Abschlussituationen wie die von Seethaler oder Marschke. Aber auch zu diesem Zeitpunkt merkte man schon, dass das Gramzower Spiel immer mehr an Stabilität verlor. Unkonzentriertheiten im Passspiel und ein zögerndes Zweikampfverhalten zogen nun vermehrt auf.
So musste man im Gegenzug sogar den Ausgleich durch den eingewechselten Krüger hinnehmen, nach einem zu leichten Ballverlust im Mittelfeld ging es schnell, zudem war sich Neuzugang Muskala im Gramzower Tor etwas uneinig mit sich selbst beim Herauslaufen. (68.)

Man kann im Anschluss beiden Mannschaften nicht vorwerfen, sich mit dem Unentschieden zufrieden gegeben zu haben. Man versuchte noch einiges, sodass die Abwehrreihen in Vollzeit beschäftigt waren. Richtig Zwingendes ergab sich allerdings nicht mehr, sodass Schiri Chris Wein pünktlich nach 89:58 Minuten abpfiff.

 

Im Endeffekt ein durchaus gerechtes Unentschieden. Die starke Anfangsphase konnte nicht in einen Dreier vergoldet werden. Aber aufgrund des gesamten Spielverlaufes geht das Remis auch so völlig in Ordnung. Die Gäste trugen mit einer guten Partie ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Spielt TuS II so weiter, werden sie mit dem Tabellenkeller wohl nichts zu tun haben. [fh]

 


VfB startet mit Auswärtsdreier in die Saison

Sa. 20.08.22, 15:00 Uhr, FC 06 Einheit Grünow - VfB Gramzow 0:3 (0:1)

 

VfB mit: Alexander Odenkirchen - Robert Schröder (85. Matthias Schröder), Kai Hansche, Robin Palow (C) - Lukas Schmiedel, Janosch Schmock (87. William Schmock), Pascal Lange, Max Frenzel - Sören Seethaler, Felix Marschke, Markus Müller

 

Grünow mit: Kevin Czolbe - Ricky Wenzbauer, Ronny Wittenberg (77. Oliver Eiling), Lars Dammaschke - Ferry Manteufel, Matthias Manteufel, Lukas Mantik (C), Stefan Appetz - Davin Joel Kristahn (46. Justin Meyer), Carlo Przelozny (77. Lukasz Marcin Truskowski), Fabian Gehrt

Der Auftakt in die Landesklasse ist geglückt, der VfB Gramzow kehrt mit drei Punkten von Einheit Grünow zurück nach Hause. Diese waren auch wohlverdient, auch wenn sich die Einheit durch zwei Lattenknaller im zweiten Abschnitt sicherlich einen Treffer verdient hätte. Aber alles der Reihe nach.

Gramzow begann abwartend, man ließ Grünow bis zur Mittellinie weitestgehend passieren, die Heimelf schob sich munter in der eigenen Hälfte den Ball zu. Die erste gute Gelegenheit des Spiels leitete dann gleich die Führung ein: an der Mittellinie wurde der Ball erobert, Felix Marschke wurde gut in Szene gesetzt. Allein auf den Torwart zustürmend scheiterte er jedoch an diesem, der Abpraller landete bei einem Grünower. Doch Marschke gab nicht auf, marschierte hinterher und eroberte sich den Ball an der Strafraumkante wieder zurück. Mit erhobenem Blick sah er den freistehenden Markus Müller, legte quer und Müller schob den Ball durch die Beine des Keepers ins Gehäuse - 1:0 (6.).

Im Anschluss wurde dann noch knapp fünf Minuten Fußball gespielt, bevor die Partie leider zu einem offenen Schlachtfeld wurde.

Alles begann mit einem ins Aus trudelnden Ball, den Fabian Gehrt völlig unnötig und mit purer Absicht gegen die Bande vor den Gramzower Zuschauern wuchtete und sich anschließend verbal mit ihnen anlegte. Von nun an war das Spiel geprägt von Fouls auf beiden Seiten und Unterbrechungen im Minutentakt, ein ums andere Mal wurde auf Heimseite lautstark diskutiert. Bösartige Fouls wie das von Ronny Wittenberg, der gegen Felix Marschke schlicht zu spät kam und unbekümmert "durchzog", blieben ohne Verwarnung. Jedes Allerweltsfoul der Gramzower, jede Abseitsentscheidung und selbst Einwurfrichtungen wurden dagegen vehement beim Schiedsrichtergespann reklamiert, in einer teils aggressiven Art, die sich wohl kaum ein anderer Referee gefallen lassen hätte. Der Höhepunkt des Ganzen dann in der 35. Minute, als Ferry Manteufel den Schiedsrichter anging und wegschubste. Selbst für diese grobe Undiszipliniertheit gab es keinen Platzverweis, was wohl einen neuen Maßstab für die Bewertung solcher Szenen setzte. Vorausgegangen war dem ein unsanftes Einsteigen von Pascal Lange, der dafür völlig zurecht ebenfalls die gelbe Karte sah.

Zurück zum sportlichen Teil des Nachmittags: Grünow kam zwischenzeitlich ein paar mal gefährlich zum Abschluss. Lukas Mantik nahm einen Abpraller im Strafraum auf, scheiterte aber aus kurzem Winkel. Auch zwei Freistöße aus aussichtsreichen Positionen konnte die Heimelf verzeichnen, Alex Odenkirchen war aber jeweils zur Stelle. Der VfB verbuchte ebenfalls einige Standardsituationen, aber auch Kevin Czolbe auf der Gegenseite war sehr aufmerksam in der Strafraumbeherrschung. Eine gute Gelegenheit setzte Robin Palow noch per Kopf über den Kasten, bevor es in die Pause ging.

 

Den zweiten Durchgang eröffnete man dann nach Maß. Sören Seethaler wurde im Strafraum freigespielt und legte quer auf den mitgelaufenen Marschke, der sich die Chance diesmal nicht nehmen ließ. (49.) So konnte man die restliche Spielzeit mit einer beruhigenden 2:0-Führung angehen.

Im Verlauf dieser kam es dann zu den besagten Lattentreffern. Einmal von der rechten Strafraumkante, das andere Mal relativ zentral vor dem Tor, als der nach vorn beorderte Lars Dammaschke den Winkel anvisierte und nur um Zentimeter verpasste - Odenkirchen wäre hier ohne Chance gewesen.

So blieb es defensiv bei der Null, und vorn konnte man noch einmal zustechen. Markus Müller verwertete eine Flanke von links in bester Mittelstürmermanier mit dem Kopf zum umjubelten 3:0, welches auch gleichzeitig den Endstand markierte.

Nach dem Abpfiff spielten sich noch unschöne Szenen zwischen einem Grünower Spieler und einem Zuschauer ab, der sich während der Partie aus dem Auto heraus einige Wortgefechte mit den Akteuren lieferte. Noch im Trikot suchte man die Konfrontation, zum Glück konnte das Ordnerpersonal die Situation schnell unter Kontrolle bringen, sodass es nicht körperlich wurde. Dass die Offiziellen diese Situation nicht weiter beobachteten, sondern sich schnellstmöglich in die Kabine begaben, spricht wohl Bände.

 

Fazit: Der VfB siegte in einer schwierigen Partie verdient mit 3:0. Grünow suchte in Ballbesitz häufig die spielerische Lösung und machte die Sache oft nicht schlecht. Der VfB insgesamt aber zielstrebiger, besonders in der Defensive ging man deutlich kompromissloser zu Werke. Ein flüssiges Spiel kam über die 90 Minuten kaum auf, bei den vielen Unterbrechungen und Nickligkeiten war dies schlicht nicht möglich. Vom angeblichen Image-Wechsel, den die Einheit vor zwei Jahren anstrebte, war heute auf dem Platz wenig zu sehen. Hoffentlich besinnt man sich im Verlauf der Saison auf das sportliche, denn dies sah phasenweise nicht schlecht aus und hätte durchaus Potenzial für den Klassenerhalt. [fh]